Blaue Flagge für Mallorcas Strände

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Vom Winde verweht

„Blaue Flaggen“ gelten als internationales Qualitätssiegel für Urlauber-Strände in Europa. Auf Mallorca wehen dieses Jahr erneut weniger. Grund zur Sorge besteht aber nicht.

Pünktlich zum Saisonanfang hat die Europäische Stiftung für Umwelterziehung ihre Gütesiegel für Strände vergeben. Die Blauen Flaggen sollen Sonnenanbetern und Wasserratten einen markigen Hinweis darauf geben, ob eine Playa den Ansprüchen an Wasserqualität und Nachhaltigkeit genügt, oder nicht. Mallorca ist dabei aktuell nicht gut weggekommen: Zählte man 2016 noch 35 Blaue Flaggen, wehen in diesem Jahr an den Inselstränden nur noch 32 der bekannten Fahnen. Sieben Strände verloren ihre Flagge, vier neue kamen hinzu.

Gütesiegel kostet

Nun könnte man daraus schlussfolgern, dass es mit dem mallorquinischen Meer mehr und mehr den Bach runtergeht. Doch das wäre ein Fehler.

Die Europäische Stiftung für Umwelterziehung ist kein gemeinnütziger Verein. Sie lässt sich ihr Gütesiegel selbstverständlich bezahlen. Folglich kann nur diejenige Gemeinde überhaupt in den Fokus und die Gunst der Stiftung gelangen, die im Rahmen einer finanziellen Zuwendung zuvor ihr Interesse bekundet hat.

Lieber abwarten

Hier denken die Rathäuser natürlich vorausschauend: Man bewirbt sich nur dann, wenn überhaupt Aussicht auf Erfolg besteht. Der war beispielsweise an den Playas von Santa Ponça und Peguera-Romana in der Gemeinde Calvià bereits im vergangenen Jahr in weitere Ferne gerückt, da es dort mehrfach Wasserverunreinigungen gab. Das Geld für die Kandidatur zur Blauen Flagge wurde kurzerhand eingespart.

Ähnlich handelt das Rathaus von Palma: Die Playa de Palma hatte 2016 ihre Blaue Flagge eingebüßt, offenbar durch Probleme bei der Abwasserentsorgung. Emaya reagierte, und die eigenen Messungen belegen eine ausgezeichnete Wasserqualität – und dennoch will man mit einer erneuten Kandidatur noch warten.

Sauber ohne Flagge

Ein anderes Kriterium, das für die Europäische Stiftung für Umwelterziehung zwar entscheidend, für den gemeinen Strandbesucher jedoch eher nachrangig sein mag, ist das Vorhandensein sanitärer Einrichtungen. An Naturstränden sind Toiletten und Duschen verboten – aus diesem Grund wird an Es Trenc, so edel die Wasserqualität auch sein mag, niemals eine Blaue Flagge wehen. Fazit: Auch Strände ohne Blaue Flagge können sauber und gepflegt sein – vom Wasser bis zum Sand.

 

Marc Fischer

Last modified on Freitag, 09 Juni 2017 11:55
Marc Fischer

Redakteur

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