Kurioses vom Green auf Mallorca

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Hätten Sie gewusst, dass...?

...die Golfplätze auf Mallorca zahlreiche, zum Teil einzigartige

Kuriositäten bergen. Zum Beispiel wilde Bergziegen auf den Fairways und eine eiserne Glocke am Abschlag.

Das Schönste am Golf ist für viele nicht das Spiel an sich, sondern die Geschichten, die man anderen darüber erzählen kann. Und Mallorca ist in Sachen Golf-Kuriositäten ein wahres Paradies. Auch wenn es so manchem Spieler manchmal wie die Hölle vorkommt.

Die  fiese Welle in Canyamel

Gutes Beispiel dafür ist Loch Nr. 18 in Golf Canyamel. Der reinste Horror. Wohl kaum auf einem anderen Platz der Welt wird man ein derartig gemeines Grün finden. Es besteht aus drei ondulierten Ebenen, die sich wie eine Tsunami-Welle quer zur Spielrichtung erstreckt. Das Ergebnis ist haarsträubend. Denn egal, was man hier versucht: der Ball rollt entweder rauf oder runter -  aber nur selten ins Loch.

Das grüne Monster in Andratx

Mulmig wird einem auch an Loch Nr. 6 von Golf de Andratx zumute. So wie die 17 anderen Bahnen der Anlage trägt auch dieses Loch einen eigenen, auf Stein gemeißelten Namen. Und der ist Programm. Das „Green Monster“ dürfte nämlich mit einer Länge von sagenhaften 609 Metern vom Herrenabschlag zu den längsten Europas gehören. Ein Par oder gar Birdie zu spielen, dürfte hier wohl nur echten Longhittern gelingen.

Jede Menge Sand in Son Gual

Rekordverdächtig geht es auch zwischen Loch 2 und 3 in Golf Son Gual bei Palma zu. Dort lauert zwar kein grünes Monster, dafür aber einer der größten Sandbunker Spaniens. Mit einer Länge von etwa 152 Metern und einer Breite von 60 Metern entspricht seine Ausdehnung in etwa der eines Fußballfeldes. Für die meisten Spieler, die am zweiten Abschlag stehen, dürfte er allerdings wie die Wüste Gobi erscheinen. Motto: Wenn der Ball hier reinfliegt, dann ist es endgültig vorbei.

Gefrässige Ziegen in Son Termens

Ganz anders auf dem Golfplatz Son Termens. Hier gibt es Lebewesen, die es geradezu lieben, sich im Bunkersand herumzutollen. Gemeint sind die unzähligen Bergziegen, die auf dem alpenähnlichen Platz am Fuß des Tramuntana-Gebirges schon lebten, bevor die ersten seltsamen Gestalten in karierten Hosen dort zum ersten Mal auftauchten, um kleine weiße Bälle durch die Gegend zu schlagen. Die Respektlosigkeit der Zicken und Ziegenböcke geht sogar schon soweit, dass man einzelne Exemplare bereits dabei beobachten konnte, wie sie ins Clubhaus marschierten, um dort Fressen zu schnorren oder Gäste anzumeckern.

Glockengeläut in Pollensa

Und was die Ziegen in Son Terman sind, das ist das Glockengeläut in Golf de Pollensa. Unterhalb von Loch Nr. 4 findet sich ein echtes Unikat, eine gusseiserne Glocke, die man in dieser Form wohl eher an Bord der „Titanic“ als auf einem Golfplatz vermuten würde. Tatsächlich ist ihr Zweck auch hier, kleine Katastrophen zu verhindern. Um bei viel Betrieb auf der Anlage zu vermeiden, dass Golfer von den Bällen nachfolgender Spieler getroffen werden, darf man vom Tee Nr. 4 erst dann abschlagen, wenn der vorherige Flight mit Betätigen der Glocke signalisiert hat, dass die Bahn jetzt frei ist. Die Signalglocke ist übrigens keineswegs eine Erfindung des Golfclubs von Pollença. Auf den hügeligen Parkland-Courses in England und Schottland sind solche „tee bells“ weit verbreitet.

Zu guter Letzt: Wer sich bei seinen Freunden und Bekannten einmal damit brüsken möchte, „auf der ganzen Insel“ Golf gespielt zu haben, der braucht dafür nur auf dem zweiten Platz in Santa Ponsa abzuschlagen. Dort besteht das Abschlussgrün aus einer künstlichen Insel in Form der Insel Mallorca. Leider können davon nur Clubmitglieder erzählen.

Andreas John

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