Heizen auf Mallorca - aber wie ?

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Jetzt wird es richtig heiß!

Zentralheizung, Infrarot, Pellets oder Kamin: Wie bekommt man sein Insel-Domizil im Winter am besten warm? Keine leichte Frage.

Auch wenn im Vergleich zu Deutschland der Winter auf Mallorca doch eher mild ausfällt – um das Thema Heizen kommt man auch auf der Sonneninsel nicht drum herum. Neben wohliger Wär­me ist es dabei auch das leidige Thema Schimmel, welches in der kalten Jahreszeit nur zu gut bekannt ist. Doch welche Möglichkeiten gibt es, um die eigenen vier Wände kuschelig warm zu halten? Und worauf sollte man achten, um sein Geld nicht sprichwörtlich „zu verbrennen“?

Wichtig: Die Isolierung Durch die hohe Luftfeuchtigkeit insbesondere in den Küstenregionen und der häufig schlechten Isolierung ist Schimmelbefall ein großes Problem auf der Insel. Und da ein „das wisch’ ich mit Lejia ab!“ nicht wirklich zielführend ist, sollte bei jeder Form des Heizens zuvor ein Blick auf die Isolierung geworfen werden. Denn wenn Fenster und Türen besser abgedichtet sind, vermindert sich nicht nur der Wärmeverlust, sondern auch die Gefahr der schwarzen Flecken. Die Anforderungen Häufig sind es gleich drei Dinge auf einmal, die beim Heizen eine Rolle spielen. Zunächst natürlich das Geld. Dabei fällt der Blick nicht nur auf den Anschaffungspreis, sondern insbesondere auch auf die späteren Verbrauchskosten (welche natürlich stark von der gegebenen Isolierung abhängig sind). Hier ist dann auch der zweite Aspekt relevant: Die Effizienz. Wie gut ist das Heizsystem wirklich? Verschafft es kons­tant angenehme Wärme oder ist es doch im über­tragenden Sinne nur „heiße Luft“? Und zu guter Letzt sollte der Installationsaufwand natürlich so gering wie möglich sein.

Heizen – Die Klassiker

In älteren Häusern doch eher selten, ist die Öl- oder Gasheizung insbesondere bei Residenten und dabei vor allem beim Neubau sehr beliebt; entweder in der herkömmlichen Form des an der Wand montierten Heizkörpers oder auch als Fußbodenheizung. Ist sie bereits in den eigenen vier Wänden installiert, kann man sich über eine saubere und praktische Lösung ohne Anschaffungskosten freuen. Schwankend sind natürlich die Kosten im Verbrauch. In der aktuellen Saison muss man bei einer Abnahme von 500 Litern Heizöl mit gut 60 Cent pro Liter im Nettoeinkauf rechnen; bei größeren Mengen kann sich der Literpreis aber noch reduzieren. Lässt man sich den hauseigenen Gastank befüllen, wird der Kilopreis je nach Abnahmemenge zwischen 1,25 und 2 Euro taxiert. Da Öl und Gas jedoch fossile Energieträger sind, geht der Preistrend generell eher nach oben als nach unten. Für eine nachträgliche Installation sind umfassende Baumaßnahmen und ein tiefer Griff ins Portemonaie erforderlich.

Heizen auf Mallorquinisch: Der Kamin.

In vielen Häusern gerade älteren Baujahres vorhanden, dienen Kamine keinem dekorativen Zweck sondern wurden und werden als Wärmequelle verwendet. Stark in der Leistung (und mit „Null“ in der Anschaffung) hat die Sache häufig jedoch einen Haken – durch den einfach gebauten Abzug gelangt von oben auch viel Kälte in den Raum, sobald der Kamin nicht entfacht ist. Hier bietet sich die Nachrüstung mit modernen Kassettenlösungen an, die optisch ansprechend dann eine sichere Wärmequelle garantieren. Eine optimale Kom­bination aus traditionellem Look und neuster Technologie bieten Pelletöfen. In unterschiedlichsten Varianten, so auch Naturstein ummantelt, stellen sie eine kostengünstige Heizmöglichkeit dar. Berücksichtigt werden muss jedoch die Notwendigkeit ei­ner trockenen Lagermöglichkeit für das Brennmaterial. Hier hat man die Wahl zwischen Holz (Pinie und Olive) bei den klassischen  Kaminen sowie Pellets in kleiner oder großer Ausführung. Die Pellets werden häufig in 15-Kilo­säcken verkauft und liegen preislich zwischen drei und sechs Euro. Holz liegt mit sechs bis zehn Euro pro 15 Kilo etwas teurer, ist aber auch ergiebiger in der Wärmeerzeugung.

Heizen – Die Modernen Wärmequelle

Wärmewellen: Die Infrarotheizung. Anders als die herkömmlichen Heizsysteme wie Ölheizung oder Kamin wird bei der Infrarotheizung nicht vorrangig die Luft erwärmt, sondern die Wärme wird direkt an Wände, Decken und Fußboden ab­gegeben. „Da die gefühlte Raumtemperatur dadurch wärmer ist, kann die eigent­liche Raumtemperatur um etwa drei Grad geringer ge­halten werden“, erklärt Edgar  Habermehl von Heat4All. Dadurch könne bis zu 20 Prozent Energie gespart werden – was sich auch im Geldbeutel bemerkbar macht. Weiterer Pluspunkt: Es wird automatisch Feuchtigkeit aus den Wänden gezogen. „So kann mit einer Infrarotheizung nachweislich der gefürchteten Schimmelbildung vorgebeugt werden“, unterstreicht Marcus Dyck von Klug Heizen mit Oekoswiss. Auch optisch sind Infrarotheizungen ein echter Hingucker. So können sie sich als Spiegel oder Bild präsentieren (bei Heat4All auch nach eigenen Motiven) und optimal in die Raumsituation integriert werden. Einfach in Montage und Bedienung, ist mittlerweile auch eine Außer-Haus-Steuerung möglich: „Die Systeme unseres Lieferanten Etherma sind bequem über Smartphone zu regulieren. So wird man bei Ankunft und vorheriger Aktivierung über das Smartphone in seinem Haus von wohliger, angenehmer und kuschliger Wärme empfangen“, so Jürgen Grabowy von SolandHeat.

Die Wärme liegt in der Luft: Wärmepumpen.

„Diese System atmet quasi die Energie der Außenluft ein und verwandelt sie in nutzbare Wär­me für das gesamte Haus; ob Heizung oder Warmwasserversorgung“, erläutert Torsten Schüssler von Balear Haustechnik. Bestimmte bauliche Voraussetzungen müssen da­bei nicht gegeben sein; durch den geringen Installationsaufwand sei die Luft | Wasser-Wärmepumpe daher nicht nur günstig in der Anschaffung, sondern eigne sich auch für die nachträgliche Umstellung eines bestehenden Heizsystems bei der Sanierung. Unabhängig von fossilen Brennstoffen, sind bei dieser Variante Preisschwankungen ausgeschlossen. „Schon nach kurzer Zeit hat man daher seine Investitionskosten wieder im Portemonaie“, so der Experte. Das leise arbeitende Gebläse kann dabei sowohl im Haus wie auch außenstehend installiert werden. Zu achten ist auf eine optimale Luft­qualität, wobei ein zentrales Zu- und Abluftsysteme dazu die besten Voraussetzungen schafft. Dies führe zu einer hohen Wärmerückgewinnung und einen kontinuierlichen Abtransport von Schadstoffen.

Heizen – Der Oldtimer

Es gibt sie leider immer noch: Heizstrahler und Heizlüfter. Werden sie im Winter ein­gesetzt – beispielsweise um punktuell einen Raum zu heizen oder im schlimmsten Fall als einzige Wärmequelle zu dienen – kommt man beim Blick auf die nächste Stromrechnung bestimmt ins Schwit­­zen. Fazit: Besser Hände weg von!

Fazit: Wer sich mit dem The­ma Heizen auf Mallorca beschäftigt, wird keine General-Lösung finden. „Dazu sind die Gegebenheiten zu unterschiedlich“, sind sich die vier Heizfachleute einig. Wer beispielsweise nur wenige Tage im Monat oder über das Jahr nur vereinzelnde Wochen sein Heim auf der Sonneninsel bezieht, steht vor anderen Herausforderungen als jemand, der dauerhaft hier lebt. Wann sich welches Heizsystem rentiert und für das gewünschte Ergebnis sorgt – dafür sollte man seine Bedürfnisse und Anforderungen genau analysieren und anschließend das Gespräch mit den Experten suchen.

Sandra Stehmann

Last modified on Montag, 14 August 2017 15:45
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