Mindestens neun Tote nach Sturzregenfällen auf Mallorca Vorgestellt

Bewertung abgeben
(0 Stimmen)

Bei Sturzregenfällen sind am Dienstagabend im Nordosten von Mallorca mindestens neun Menschen ums Leben gekommen, darunter auch zwei Urlauber. Innerhalb von wenigen Minuten verwandelten sich die Straßen im Zentrum der kleinen Ortschaft San Llorenc de Cardassar in einen tödlichen Wildbach. Dutzende Autos wurden von der Regenflutwelle mitgerissen, unzählige Häuser liefern unter Wasser. Im Ferienort S´Illot ertranken zwei Urlauber, als sie in ein Taxi stiegen und von den Regenmassen mitgerissen wurde. Der Taxifahrer gilt nach Medienberichten weiterhin als vermisst. 

Auch in anderen Gemeinden der Insel kam es aufgrund der sintflutartigen Regenfällen zu katastrophalen Zwischenfälle. So wurde die Zufahrtsstraße des Küstenortes Colonia Sant Pere ebenfalls überflutet und an einigen Streckenteilen komplett zerstört. Zu Überschwemmungen kam es auch in Porto Cristo. Die spanische Regierung hat Soldaten nach Mallorca geschickt, die bei den Such- und Aufräumarbeiten helfen sollen. 

 

Hintergrund: "Gota fria" - Die gewaltige kalte Dusche

Sturzregenfälle kommen im Herbst auf Mallorca sowie im gesamten Mittelmeerraum häufig vor. Das Wetterphänomen, bei dem innerhalb kürzester Zeit bis zu 200 Liter Regen pro Quadratmeter fallen, werden "Gota fria" ("Kalter Tropfen") genannt. Dabei türmen sich atlantische Tiefausläufer mit feuchtkalter Luft über das aufgeheizte Mittelmeer und schieben auf breiter Front tiefe Gewitterwolken auf. Prallen die aus Millionen Liter von verdampften Wasser bestehenden Luftmassen aufeinander, kommt es zu Sturzregen - und katastrophalen Überschwemmungen.

Last modified on Mittwoch, 10 Oktober 2018 13:17
Einloggen zum kommentieren