Expertentipp: Bauen auf Mallorca - Die Kostenkontrolle Vorgestellt

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Den Traum vom eigenen Haus auf Mallorca träumen viele, leisten können sich diese Träume aber nur die wenigsten. Wer sich aber ernsthaft mit dem Thema beschäftigt, sollte sich vor dem Bau seiner (Traum-)Immobilie intensiv mit den GESAMTKOSTEN beschäftigen. So sind neben den eigentlichen Erstellungskosten u. a. auch die allgemeinen Baunebenkosten, Steuern- und Gebühren, Versicherungen etc. zu beachten.

 

Welche Baunebenkosten 

kommen beim Neubau auf mich zu?

Als Baunebenkosten sind vor Allem die Honorare für den Architekten und technischen Architekten zu nennen. Wie in Deutschland (HOAI) gibt es in Spanien (BAREMO ORIENTATIVO) auch Richtlinien zur Berechnung des Architektenhonorars. Die Betonung liegt allerdings auf Richtlinie, sprich das Honorar des Architekten ist frei verhandelbar. Die Berechnung anhand der deutschen HOAI bezieht sich auf die anrechenbaren Baukosten, auf den Balearen richtet sich diese Richtlinie nach der Größe des zu bauenden Objektes. Der technische Architekt wiederum richtet sich nach den anrechenbaren Baukosten, aber auch diese Honorare sind frei verhandelbar. Im Schnitt sind die Honorare mit ca. 8-10% der Gesamtsumme zu berechnen.

Neben den Architektenhonoraren kommen auf die künftigen Bauherren aber auch Gebühren und Steuern für die Baugenehmigung zu. Diese liegen im Schnitt bei ca. 6,4-6,6 Prozent. Wobei die Steuern ca. 4% ausmachen. Berechnet werden diese anhand der Baukostenschätzung, die der Architekt mit dem Projekt zur Beantragung der Baugenehmigung einreichen muss. Da es sich hierbei um eine reine Schätzung der Baukosten handelt - die häufig absichtlich niedrig gehalten wird - werden seit einigen Jahren durch das Finanzamt nach Abschluss des Projektes vermehrt Bausteuerprüfungen durchgeführt! Daher sollten Sie in Ihrer Kalkulation immer von den tatsächlichen Baukosten ausgehen!

Auch an Versicherungen muss gedacht werden, vor allem sollte die Immobilie als Verkaufsobjekt erstellt werden. In diesem Fall ist seit Mai 2000 die sogenannte „Seguro Decenal“ verpflichtend. Empfehlenswert können daneben noch die Bauherrenhaftpflicht- und/oder Bauwesenversicherung sein. 

 

Wie hoch sind im Schnitt 

die reinen Baukosten?

Das ist eine sehr häufig gestellte Frage, die man aber nicht pauschal beantworten kann. Neben den individuellen Wünschen der Bauherren nach Qualität und Form des Objektes sind hier noch viele weitere Parameter zu beachten, wie z. B. die spezifischen Grundstückdaten. Liegt das Grundstück am Hang oder ist es ebenerdig. Sind die notwendigen Infrastrukturmaßnahmen vorhanden, oder muss es autark (Wasser, Elektrizität und Abwasser) geplant werden?!

 

Verlangen Sie 

Kostentransparenz!

Um nicht mehr als notwendig für seinen „Traum auf Mallorca“ zu zahlen, sollten Sie von Anfang an auf Kostentransparenz bestehen. Um Verteuerung durch „Kickbacks“, Empfehlungs- oder Vermittlungsprovisionen von Anfang an zu vermeiden, bestehen Sie immer auf mehrere Vergleichsangebote. Wie so oft im Leben gilt auch hier: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!

 

Tipp: Wer seine Baukosten von Anfang an unter Kontrolle halten möchte, der sollte auch von Anfang an SEINE Kostenobergrenze kennen, festlegen und offen kommunizieren! Auch sollte man vermeiden während der Baumaßnahme zu viele Änderungen vorzunehmen, die wiederum zu unkontrollierbaren Kostenerhöhungen führen können!

 

 

Der Autor ist Gesch‰ftsf¸hrer 

des Ingenieur- und 

Projektmanagementb¸ros 

Matrol Servicios y Peritajes SL

Tel. 971 10 40 25 - www.matrol.es

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