Andrea Nonn - Die Wechseljahre – eine Zeit des zweiten Wandels Teil 2
 
Mittwoch, 02 September 2020
Neben dem Übergang vom Mädchen zur geschlechtsreifen Frau prägen die Wechseljahre eine weitere bedeutsame Phase im Leben und Erleben der Frau. Es ist der Abschied von der eigenen Fruchtbarkeit, damit verbunden ist das Ablösen von gewohnten Rhythmen und die Suche nach einem neuen Gleichgewicht.

Das Altern ist ein natürlicher Prozeß des menschlichen Lebens. Es gehört einfach dazu. Wir Frauen sollten Frieden schließen mit dem Älterwerden. So, wie sich das Jahr im Zyklus der Jahreszeiten verändert, so verändert sich auch unser weibliches Leben: von der jungen, wilden, freien Abenteuerin über die nährende, liebende, gebende Mutter bis hin zur weisen Alten, die das Leben in all seinen Aromen gekostet hat und nun in der Reife bei sich selbst ankommen darf.
In Würde dem Leben seinen Lauf lassen und dabei schön und gesund zu bleiben, ist die Aufgabe eines ganzheitlichen Lebensstils, bei dem Ernährung, Bewegung, ausreichend Schlaf, ganz viel Freude und ein positives Mindset eine wesentliche Rolle spielen. Erfahren Sie nun im 2. Teil mehr zum Thema Ernährung, Bewegung und Entspannung während der hormonellen Umstellung.

Ernährung während der Wechseljahre
Es gibt Untersuchungen die bestätigen, dass eine ungesunde Lebensweise wie Rauchen, energiedichte Nahrung, häufige süße Zwischenmahlzeiten und Bewegungsmangel das Auftreten von Wechseljahresbeschwerden verstärken. Hitzewallungen werden häufig durch stark gewürztes Essen oder den Genuss von Koffein und Alkohol ausgelöst. Zudem vertragen viele Frauen in den Wechseljahren nicht mehr alle Nahrungsmittel problemlos – viele Gründe, um auf eine bewusste Ernährung umzustellen.

Optimal wäre, wenn Sie sich so naturbelassen wie möglich, basisch, mit mindestens 5 Portionen saisonalem Obst und vorzugsweise grünem Gemüse pro Tag versorgen. Diese sind vollgepackt mit wertvollen Vitaminen und Mineralien, nach denen sich Ihr Körper gerade jetzt besonders sehnt. Auch frische Kräuter und Sprossen bereichern die Mahlzeiten und sind wahre Power-Pakete.
Um die Muskelmasse zu schützen, ist es sehr wichtig eine ausreichende Versorgung mit hochwertigen Proteinen sicherzustellen. Reduzieren Sie tierisches Eiweiss wie Fleisch, Fisch und Käse und bevorzugen Sie eine vegetarische vegane Kost. Apropos, Vegetarierinnen leiden weniger unter Wechseljahresbeschwerden! Gute pflanz­liche Eiweisslieferanten sind zum Beispiel Hülsenfrüchte wie Linsen, Erbsen, Kicher­erbsen oder auch Nüsse, Kerne und Samen. Diese enthalten  neben dem hochwertigen Eiweiss auch ungesättigte Fettsäuren, Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe. Haben Sie keine Angst vor guten Fetten wie zum Beispiel Olivenöl oder Leinöl. Die darin enthaltenen Omega-3-Fettsäuren sind sehr wichtig und werden für die Gesundheit der Gelenke, für die Gehirnfunktion, die Gefäße und für schöne Haut benötigt.
Neben der sinnvollen Auswahl Ihrer Lebensmittel achten Sie bitte unbedingt darauf genug zu trinken. Mindestens 2-3l täglich sollten es sein. Gerade bei starkem Schwitzen und Hitzewallungen ist es wichtig, den Körper mit genügend Flüssigkeit zu versorgen. Denn schon eine leichte Dehydrierung kann den Körper zusätzlich belasten, den Stoffwechsel verlangsamen das Hautbild beeinflussen und allerlei Beschwerden verstärken.

Welche Nährstoffe sind wichtig?
Ein Mangel an bestimmten Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen kann die Beschwerden in den Wechseljahren noch verstärken. Daher ist es wichtig zu wissen, was  jetzt besonders gebraucht wird.

Hier die wichtigsten:

B - Vitamine
Die Vitamine B1, B2, B6, B12, Niacin und Biotin unterstützen das Nervensystem, B2 und Pantothensäure sind für den Erhalt der geistigen Leistung essentiell. Für die psychischen Funktionen sind B1, B6, B12 und Folsäure wichtig. Gegen allgemeine Erschöpfung und Müdigkeit können die Vitamine B2, B3, B5, B6 und B12 beitragen.

Vitamin E
Vitamin E schützt die Zellen vor oxidativem Stress und ist als ein kraftvolles Antioxidans sowie Radikalfänger bekannt.

Calcium, Silicium, Vitamin D und  Vitamin K2
Eine positive Calciumbilanz ist die Grundlage für die Osteoporose - Prävention. Calcium und Vitamin D arbeiten im Körper eng zusammen und werden für die Erhaltung des Knochenstoffwechsels und die Muskulatur benötigt.

Zink und Vitamin C
Sind wichtige Radikalfänger, sie schützen die Zellen vor oxidativem Stress und unterstützen das Immunsystems.

Omega-3-Fettsäuren
Sie wirken entzündungshemmend, senken das Arterio- sklerose-Risiko und können die kognitiven Funktionen stärken und sogar Depressionen lindern.

Bewegung und Entspannung
Liebe Leserinnen, liebe Leser, wie Sie vielleicht schon über die Jahre wissen, bin ich ein großer Fan von Yoga, denn Yoga gibt jedem Menschen in den unterschiedlichsten Lebensphasen ganz praktische Werkzeuge an die Hand. Spezielle Übungen, um zum Beispiel das hormonelle Ungleichgewicht zu harmonisieren, Alterungsprozesse zu beeinflussen, Regeneration und Verjüngung zu ermöglichen und Beschwerden zu lindern. Yoga hilft uns, Gedanken und Gefühle in Harmonie zu bringen, Ängste zu reduzieren, geduldiger und akzeptierender uns selbst gegenüber zu werden. Durch regelmäßiges Üben erlangen wir die Fähigkeit, auch in schwierigen Situationen einen Moment von innerer Freiheit zu erleben. Durch Yoga erkennen wir, dass wir allein die Verantwortung für unsere Gesundheit und Zufriedenheit haben. Yoga hilft, die uns innewohnenden positiven Kräfte zu mobilisieren, die ein glückliches und sinnvolles Leben ermöglichen.
Um das Gewicht in Balance und das Herz Kreislaufsystem in Schwung zu halten, sind neben Yoga, Qi Gong uvm. Ausdauersportarten wie Schwimmen, Radfahren, Nordic Walking, Wandern und Skilanglauf sehr zu empfehlen. Hierbei werden ebenfalls Glückshormone ausgeschüttet, welche die Stimmung aufhellen.

Schönheit in jedem Alter
Gerade in den Wechseljahren ist es wichtiger denn je, auf persönliche Bedürfnisse zu achten und achtsam mit sich umzugehen. Das gilt auch für die Hautpflege. Es gibt keinen Grund, warum eine Frau ab 40 weniger attraktiv sein sollte als zuvor – ganz im Gegenteil. Allerdings stellt die Hautpflege in den Wechseljahren besondere Anforderungen an die Pflegeprodukte. Denn im Idealfall soll eine Pflegecreme die Defizite, die durch die Hormonveränderungen entstehen, ausgleichen und der Haut das zurückgeben, was ihr fehlt. Jetzt geht es darum, sich die individuelle Schönheit zu bewahren und den vorzeitigen Alterungsprozess aufzuhalten.
Das A und O eines guten „Wechsels“ liegt sicherlich in der Einstellung dazu begründet. Der natürliche Lauf der Dinge sieht diese Umstellungsphase des Frauenkörpers vor. Das Klimakterium ist demnach keine Krankheit, sondern eine körperliche Veränderung, die auf allen Ebenen greift. Das heißt, seelische Reifungsprozesse stehen im Vordergrund. Es geht darum, Ziele für sich neu zu definieren und die Kraft, die der Körper nicht mehr aufbringen kann oder muss, in geistige Kräfte zu investieren. Zukunftspläne schmieden, ganz nach sich selbst schauen und Ruhe finden. Auf allen Ebenen können Sie sich neu orientieren und konzentrieren, auf das ursprüngliche Ich, das es auch vor Partnerschaft, Familie und Kindern gab.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen alles Gute!
Ihre Andrea Nonn

Lesen Sie hier mehr zu diesem Thema

Interessante Buchtipps zum Thema:


▶ Erste Hilfe bei Hitzewallungen & Co. Kompakt-Ratgeber: Heilpflanzen, Superfood und bioidentische Hormone gegen Wechseljahresbeschwerden


▶ Frauenkörper - Frauenweisheit


▶ Natürliche Hormontherapie: Alles Wissenswerte über Hormone, die Ihre Gesundheit ins Gleichgewicht bringen


▶ Wechseljahre: Abschied und Neubeginn: Was Frauen über Menopause und Klimakterium wissen sollten (Edition Lebenslinien / Rat für alle Lebenslagen)*


▶ Hormon-Yoga: Das Standardwerk zur hormonellen Balance in den Wechseljahren

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