Andrea Nonn - Die Wechseljahre – eine Zeit des zweiten Wandels
 
Samstag, 01 August 2020
Neben dem Übergang vom Mädchen zur geschlechtsreifen Frau prägen die Wechseljahre eine weitere bedeutsame Phase im Leben und Erleben der Frau. Es ist der Abschied von der eigenen Fruchtbarkeit, damit verbunden ist das Ablösen von gewohnten Rhythmen und die Suche nach einem neuen Gleichgewicht.

Die Zeit des Wechsels bedeutet für viele Frauen neben den gesundheitlichen Veränderungen auch eine Um - und Neuorientierung im Leben. Diese Phase wird sehr unterschiedlich wahrgenommen, für einige ist es eine Befreiung, andere hingegen nehmen große körperliche und seelische Veränderung war. Der Eintritt in diese neue Lebensstufe kann mit Anpassungsschwierigkeiten und einer Neubewertung des bisher gelebten Lebens verknüpft  und insbesondere durch den Östrogenmangel mit diversen Beschwerdebildern verbunden sein. Erfahren Sie in diesem Artikel, wie die Naturheilkunde und Heilpflanzen in Kombination mit Ernährung und Sport eine gute Begleitung sind.

Wann finden die Wechseljahre statt?
In welchem Alter Frauen in die Wechseljahre kommen, ist sehr unterschiedlich. Der Beginn liegt meistens zwischen dem 45. und 50. Lebensjahr. Bei einigen Frauen beginnen sie aber auch deutlich früher. Ebenso wie der Zeitpunkt und die Dauer variieren, sind auch die Symptome von Frau zu Frau sehr unterschiedlich stark ausgeprägt.
Ein eindeutiges Anzeichen für die Wechseljahre ist die ausbleibende Regelblutung. Dies geschieht aber nicht von jetzt auf gleich. Meistens beginnt es mit einem unregelmäßigem Zyklus und teilweise ausbleibenden Blutungen. Erst wenn die Blutung ein Jahr in Folge ausgeblieben ist, wird medizinisch davon ausgegangen, dass die Prämenopause abgeschlossen ist.

Sind es wirklich die Wechseljahre?
Hinter der Fülle der Wechseljahresbeschwerden können auch unzählige Erkrankungen stehen. Insbesondere müssen eine Über - oder Unterfunktion der Schilddrüse, Änderung der Lebens- oder Ernährungsgewohnheiten, partnerschaftliche Krisen und andere Hinweise auf einen psychosomatischen Ursprung der Symptome, sowie chronische Erkrankungen der Leber und Nieren ausgeschlossen werden. Auch Entzündungen, MagenDarmstörungen, Depressionen, Vitaminmangel, Krebs oder hormonproduzierende Tumore (sehr selten) müssen ausgeschlossen werden.
Es ist die Kombination der geschilderten Erscheinungen, samt der Zyklusanomalien welche darauf schließen lassen. In fraglichen Fällen kann die Konzentration bestimmter Hormone im Blut bestimmt werden, zum Beispiel das Anti-Müller-Hormon. Es gilt zurzeit als der genaueste Parameter für den Stand der Umstellung.

Klassische Anzeichen
Das Klimakterium wird durch typische Symptome gekennzeichnet, welche sich auf Stoffwechsel – und psychovegetativer Ebene bemerkbar machen. Neben der ausbleibenden Blutung können beispielsweise Hitzewallungen, Kopfschmerzen, Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen, Schweißausbrüche, Reizbarkeit, Nervosität, Herzrasen, Konzentrations – und Gedächtnisschwierigkeiten, Schwindel, Gewichtszunahme, Haarausfall und Hautprobleme, Libidoverlust und trockene Haut, sowie Schleimhäute sich zeigen. Allerdings ist die Ausprägung der entsprechenden Symptomatik individuell sehr unterschiedlich, ebenso der jeweilige Umgang und die Verarbeitung damit.

Warum nimmt man im Klimakterium schneller zu?
In den Wechseljahren wird Energie noch schneller als Fett eingelagert. Dafür sorgen der sinkende Östrogen – und Progesteronspiegel. So bildet sich besonders am Bauch ein Polster, aus dem bei Bedarf schnell Energie mobilisiert werden kann. Das hat die Natur nicht boshaft so eingerichtet, sie meinte es gut, denn unseren Ur-Ur-Ur-Ahninnen konnten, wenn sie nicht mehr so geschickt und schnell bei der Nahrungssuche waren dank der Speckröllchen überleben.
Hormone aus dem Bauchfett können zum Teil jene Hormone ersetzen, die die Eierstöcke nicht mehr produzieren. Doch Vorsicht: Wer mehr zunimmt, ruiniert nicht nur seine Figur, sondern produziert so viele östrogenähnliche Substanzen, dass andere Hormone aus dem Gleichgewicht geraten. Schilddrüsenprobleme oder Diabetes können die Folge sein.
Auch der Stoffwechsel verlangsamt sich um 10 bis 15 Prozent. Dieser Überlebensvorteil unserer Vorfahrinnen ist heute eher lästig. Um so wichtiger ist es nun, auf eine gesunde, vitalstoffreiche  Ernährung mit viel Bewegung zu achten.

Hormonersatztherapie ja oder nein?
Bei der Hormonersatzthera­pie wird dem Körper das Hormon Östrogen in Form von Tabletten, Pflastern, Cremes oder Spritzen zugeführt. Östrogen gehört zu den Hormonen, die durch die hormonelle Umstellung in den Wechseljahren verstärkt abgebaut bzw. weniger produziert werden. Mit der Einnahme von Östrogen wird diesem Prozess entgegengewirkt. Es ist demzufolge logisch, dass die Hormonersatztherapie die Beschwerden lindern kann, dennoch sollten Sie den Nutzen und die Risiken gut abwägen. Denn eine Hormonersatztherapie bringt viele Risiken mit sich. Sie kann beispielsweise das Risiko für Brustkrebs und Gebärmutterkrebs, sowie Schlaganfall und Herzinfarkt erhöhen.
Weitere Untersuchungen haben bestätigt, dass das Risiko einer Thrombose (Verschluss eines Blutgefäßes) durch eine Hormonbehandlung in den Wechseljahren auf das Zwei- bis Dreifache ansteigt.  Informieren Sie sich gut und lassen sich ausführlich beraten, bevor Sie sich für eine Hormonersatztherapie entscheiden. Wenn Sie nur leichte Symptome empfinden, ist es nicht notwendig, hormonelle Medikamente einzunehmen, denn die Naturheilkunde bietet eine Vielzahl von Alternativen, welche die Symptome lindern können.

Phytoöstrogene als Alternative?
Auf der Suche nach einer Alternative zur empfohlenen Hormonersatztherapie, welche mit den bereits genannten Nebenwirkungen einhergeht sind pflanzlichen Wirkstoffe, die sogenannten Phytoöstrogene, beispielsweise aus Lignane und Isoflavone, welche wir in der Sojabohne, aber auch in Leinsamen, geringfügig in Sonnenblumen – und Kürbiskernen finden. Klassische Fermentationsprozesse, wie sie in der asiatischen Küche angewendet werden, erhöhen die Konzentration sowie die Bioverfügbarkeit der Phytoöstrogene. Diese Substanzen ähneln strukturell und funktionell dem weiblichen Geschlechtshormonen, zudem besitzen sie eine antioxidative und anti­proliferierende, das heißt eine zellwachstumshemmende Wirkung.

Nicht jede Pflanze oder jedes natürliche Präparat hilft bei jeder Frau gleich. Bei manchen sind mit der richtigen Substanz die Beschwerden gut in den Griff zu bekommen und bei anderen tut sich dabei gar nichts. Es ist im Grunde ein Austesten und braucht unter Umständen etwas Geduld.
Schätze aus der Natur


• Cimicifuga auch Traubensilberkerze oder Schlangen­kraut genannt, besitzt östrogenartige Wirkstoffe, die vor Osteoporose
(Knochenschwund) schützen können, ebenso die Gefäße vor Arteriosklerose und sich positiv auf emotionaler Ebene auswirken
• Hopfen: leicht östrogene Wirkung, wirkt beruhigend
• Rhapontikrhabarber: schwach östrogene Wirkung
• Salbei: gut gegen Schweißausbrüche
• Ginseng hat tonisierende Wirkung
• Weißdorn: wirkt Herzstärkend
• Johanniskraut: ausgleichende Wirkung, bei leichten Verstimmungen und leichten Depressionen
• Schafgarbe: wirkt auf Beckenorgane
• Frauenmantel: entspannende und beruhigende Wirkung
• Melisse und Baldrian: bei Schlaflosigkeit und Nervosität
• Yamswurzel, Soja, Rotklee: enthalten viele Phyto- östrogene
• Passionsblume: wirkt bei innerer Unruhe und Unausgeglichenheit

Lesen Sie in der nächsten IZ-Ausgabe mehr zum Thema Wechseljahre, wie z.B. die richtige Ernährung, Bewegung und Entspannung.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen alles Gute!
Ihre Andrea Nonn

www.my-numen.de

Tipps für die Haut in den Wechseljahren

 ▶ Verzichten Sie besser auf zu heißes und ausdauerndes Duschen – das könnte die Haut zu sehr austrocknen.

▶ Die Haut wird in den Wechseljahren deutlich lichtempfindlicher und rötet sich leichter. Setzen Sie Ihre Haut daher nicht zu lange der Sonneneinstrahlung aus. Verwenden Sie Sonnencreme mit höherem Schutzfaktor und gehen Sie vorsichtiger mit Umwelteinflüssen wie Kälte und Hitze um.

▶ Achten Sie darauf, ausreichend zu trinken. Der Flüssigkeitsbedarf ist in den Wechseljahren besonders hoch. Nehmen Sie über den Tag verteilt mindestens zwei Liter Wasser oder Kräutertee zu sich. Ihre Haut wird es Ihnen danken.

▶ Bei Hautunreinheiten und Pickeln ist die Versuchung groß, an der Haut herumzudrücken. Damit erreichen Sie leider nur das Gegenteil – denn die darin enthaltenen Bakterien können in tiefere Hautschichten eindringen und die Entzündung verschlimmern.

▶ Achten Sie auf gesunde Ernährung und essen Sie viel frisches Obst und Gemüse. Damit tun Sie auch Ihrer Gesundheit etwas Gutes. Seien Sie körperlich aktiv und halten Sie sich mit viel Bewegung in Schwung.

▶ Gehen Sie möglichst positiv durch den Tag – denn auch die innere Einstellung kann viel zum Wohlbefinden beitragen.

▶ Gehen Sie vorsichtig mit Make-up um. Gerade bei unreiner Haut ist zu viel Make-up kontraproduktiv – es könnte die Poren verschließen und das Problem verstärken.

▶ Durch die hormonellen Veränderungen ist die Haut häufig gereizt und empfindlich. Verzichten Sie daher besser auf aggressive Lotionen mit Alkohol über 10% dosiert – diese entziehen trockener Haut zusätzlich Feuchtigkeit. Nutzen Sie besser schonende sanfte Kosmetik.

▶ Verwenden Sie keine Hautcreme mit synthetischen Duftstoffen oder anderen chemischen Zusätze, die Ihre Haut reizen könnten.

▶ Gönnen Sie der Haut mehrmals täglich eine feuchtigkeitsspendende und fetthaltige Hautpflege, welche optimal hydratisiert.

Lesen Sie hier den zweiten Teil des Artikels 

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