IZ-Nautik; Die andere Seite von Cabrera
 
Dienstag, 01 September 2020
Bizarre Felsformationen, smaragdfarbene Buchten und spektakuläre Aussichten: So segelt man im maritimen Nationalpark vor Mallorca abseits des Mainstreams.

Insbesondere in der Hochsaison zwischen Mitte Juli und Ende September zählt der maritime Nationalpark Cabrera zu den beliebtesten Ausflugszielen von einheimischen und ausländischen Freizeit- oder Urlaubsskippern. Angesteuert wird in den meisten Fällen der große, lagunenartige Naturhafen der Hauptinsel, um sich dort die Nacht über an eine der Liegebojen zu hängen – und am nächsten Tag die Rückreise anzutreten. Doch selbst zu Corona-Zeiten sind die kostenpflichtigen Mooringtonnen zur Übernachtung – insbesondere für kurzentschlossene Segler oder Motorbootfahrer – oftmals ausgebucht.

Eine eher selten genutzte Alternative, um den unbewohnten Archipel mit seinen bizarren Felsformationen und einsamen Buchten von der Seeseite her kennenzulernen, ist die vollständige Umrundung der Inselgruppe. Von Mallorcas Südosthäfen Colónia Sant Jordi oder Sa Rápita aus, ist dieser Törn einschließlich Badestopp selbst mit einem Segelboot innerhalb eines Tages locker zu schaffen. Voraussetzung dafür ist lediglich eine kostenlose Fahrerlaubnis, die man online auf der Webseite der balearischen Landesregierung  beantragen muss. Sie berechtigt zum ebenfalls kostenlosen Festmachen an den Tagesbojen – und zwar sowohl im Hafen der Hauptinsel als auch in der Bucht Es Burrí auf deren Ostseite.

Vorsicht vor Fangleinen in der Badebucht Es Burrí
Die Bucht L´Olla oder Es Burrí eignet sich dank der dort ausgelegten Liegebojen zum perfekten Badestopp während einer Cabrera-Umrundung. Allerdings warnt die Landesregierung Badegäste vor den hier im Laufe des Jahres häufig ausgelegten Fangleinen mallorquinischer Traditionsfischer in Felsennähe. Die zum Teil über 50 Meter langen, mit unzähligen Harken bespickten Leinen, können zu schwerwiegenden Verletzungen führen. Sie sind allerdings stets durch auf der Wasser­oberfläche schwimmende Bojen markiert. Außerdem ist es hier nicht gestattet  –egal an welcher Stelle – an Land zu schwimmen. Doch auch trotz dieser Einschränkung ist die Umrundung Cabreras ein unvergeßliches Erlebnis. Spätestens dann, wenn man mit dem Boot die Meerenge von Es Freu zwischen der über 60 Meter steil aufragenden Mini-Felseninsel "L´Emperador" und der ebenfalls in den Himmel ragenden, schroffen Südseite der Hauptinsel Cabrera passiert. 
Wer im Uhrzeigersinn die Insel umrundet, wird spätetens zwischen den Inselchen S´Olla und S´Estell de S´Esclata Sangs die Kamera zücken wollen, um den wirklich atemberaubenden Blick des dahinter liegenden Leuchtturms von Cabrera am Cap Es Coco de l´Encai zu verewigen. Insbesondere am Südzipfel Cabreras reihen sich Fotomotiv an Fotomotiv in Form mit gold schimmernden Moos und Salzpflanzen  bewachsenen Fels- und Steinformationen, kleinen Grotten und Höhlen, in denen das Meerwasser in allen Blau- und Grüntönen schimmert. 

Tipp: Wer keine Möglichkeit hat, auf der eigenen Segel­yacht oder dem Motor­boot von Freunden nach Cabrera zu fahren, kann sich auch an ein darauf spezialisiertes Unternehmen wenden. In Colónia Sant Jordi bietet die Firma "Excursiones Cabrera" Umrundungen des Archipel mit Zwischenstopps an. Aufgrund der aktuellen Corona-Beschränkungen für Ausflugsboote stand bei Redaktionsschluss nicht fest, ob diese Ausflüge derzeit angeboten werden.

Infos unter www.excursionsacabrera.es

 

Die nächsten Artikel
 
Hydrofoils revolutionieren die Wind- und Kitesurfszene. Auch auf Mallorca. Doch was genau steckt hinter dem Tragflächen-Hype?
 
 
Nach monatelanger Corona-Zäsur bangen viele Anbieter auf Mallorca um die Zukunft. Experten prophezeien eine "Flurbereinigung" in der Branche. Und eine Saisonverlängerung in diesem Jahr.
 

 
Termine Mallorca Events
 
 
Die Inselzeitung Mallorca Juni 2021
 
Der Businessguide Who is Who – Das Branchenbuch für Mallorca
 
 
 
Mallorcas Buchten und Strände - Cala Pi
Mallorcas Buchten und Strände - Cala Pi