IZ Serie Mallorcas Marktplätze - Palma: Als die Ketzer gelangweilt aus den Fenstern schauten
 
Mittwoch, 08 April 2020
Palmas Plaza Mayor war fast drei Jahrhunderte lang Sitz der regionalen Inquisitionsverwaltung. Heute ist sie das pulsierende Herz der Hauptstadt.

Das Aufblähen öffentlicher Verwaltungen durch Heerscharen von Beamten, die ihre Arbeitszeit aufgrund permanenter Aufgabenlosigkeit vorwiegend mit Büro-Getratsche, Toilettenbesuchen, Vor-sich-hin-Dösen oder Fingernägelkauen vertreiben müssen, ist keine Erfindung neuzeitlicher Staatsappara­te. Gutes Beispiel hierfür ist Palmas Plaza Major, auf dem einst  das sogenannte „Casa Negra“ stand, das zwischen dem 15. und 19. Jahrhundert als Office-Center und Headquarter für die Angestellten und Mitarbeiter der regionalen Inquisitionsbehörde diente. Allein die Vorstellung, wie Aberdutzende düster gekleiderter Reichsdiener missmutig und fingernägelkauend durch die Bürofenster auf den damaligen Vorhof blickten, lässt einen vielleicht heute noch vor Grauen erschauern.

Aber diese Zeiten sind ja, Gott sei Dank vorbei. Die Plaza Mayor mit dem Anfang der 1970er Jahren enstandenen rechtwinkligen Gebäudering hat sich längst zu einem bunten und belebtem Nadelöhr der Hauptstadt entwickelt. Dank unzähliger Touristen, die den knapp  200 Meter langen und etwa 130 Meter breiten Platz auf ihrer Erkundungstour durch die Altstadt tagtäglich passieren, ist die Plaza Major auch eine ganzjährige Schaubühne für Straßenkünstler und Gaukler, die hier ihren Lebensunterhalt als Marktplatz-Animateure verdienen.  
Heutzutage finden auf der Plaza übrigens keine Wochenmärkte mehr statt. Nach dem Ende der Inquisition - 1813 stürmten die Bürger der Stadt das „Casa Negra“ - war die Plaza Mayor Standort für den Fischmarkt, später boten hier zweimal in der Woche Obst- und Gemüsehändler ihre Waren feil. Mit dem Bau der städtischen Markthalle am Plaza Olivar zogen im Laufe der Jahre immer mehr Geschäfts­leute, Boutiquenbesitzer und Lokal­besitzer in den sonnengelben   Gebäudering und seinen Arkadengang ein.

Aufgrund der zentralen Lage in der Altstadt gilt die Plaza Mayor als idealer Treffpunkt für Jung und Alt. Wer möchte, kann hier in einem der zahlreichen Cafés und Restaurants Platz nehmen und dem bunten Treiben zuschauen. Und wem das Geld dafür aufgrund der hier gängigen Touri-Preistarife zu schade ist, lässt es einfach bleiben.
   

 

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