Mallorcas Gesundheitssystem -Alles Gute für die Insel
 
Montag, 03 August 2020
Die Gesundheitsversorgung am Reiseziel spielte schon vor Corona eine wichtige Rolle. Mallorca-Urlauber können beruhigt sein: Wer als Tourist erkrankt, findet modernste medizinische Hilfe.

er SPD-Politiker und von Talkshows zum Corona-Sprachrohr gekürte Karl Lauterbach formulierte Mitte Juni in der Sendung "Hart aber fair" eine erstaunliche Behauptung: "Auf Mallorca gibt es kein Krankenhaus der Maximalversorgung für Covid-19-Patienten", so seine Aussage. Ein Armutszeugnis für einen Gesundheitsexperten.
Gerade Lauterbach, selbst weit gereist und mit Auslandsstudienerfahrung, sollte man mehr Kenntnisse über ausländische Me­dizin­standards zutrauen. Vor allem innerhalb Europas.

Funktionierendes Gesundheitssystem
Die Balearen haben in Zeiten der Corona-Pandemie ein hervorragendes Bild abgegeben. Die regionalen Infektionszahlen blieben im nationalen Vergleich auf einem niedrigen Stand, Intensivstationen waren zu keiner Zeit überlastet, Ausbrüche wurden schnell unter Kontrolle gebracht. Zu verdanken ist dies einem funktionierenden Gesundheitssystem und bestens ausgebildetem Fachpersonal, beides weit über europäischen Standards liegend. Vom örtlichen Gesundheitszentrum bis zum Universitätsklinikum konnte und kann nicht nur in Zeiten von Corona schnell und nachhaltig ge- und behandelt werden.

Referenzklinik mit Erfahrung
Referenzklinik auf den Ba­learen ist das Universitätsklinikum Son Espases in Palma. Son Espases war eines der Krankenhäuser mit der niedrigsten Todesrate bei Covid-19-Patienten in ganz Spanien. Während des Alarmzustands wurde die Zahl der Intensivbetten von 32 auf 44 hochgefahren.

Im Kampf um das Leben der Corona-Patienten waren bis zu 24 Ärzte im Einsatz. Unterstützt wurden sie von über 230 Pflegerinnen und Pflegern, Labor­angestellten und Aushilfen. Auch die Nachbetreuung der Covid-19-Patienten war und ist gesichert.

Digitale Medizin
Ähnlich professionell arbeitet das staatliche Hospital Son Llàtzer in Palma. Eröffnet im Dezember 2001 zeichnet sich das Krankenhaus durch fortschrittliche und vor allem digitale Untersuchungs- und Verwaltungssysteme aus. Schriftliche Dokumentatio­nen, Testanforderungen, Ergebnisse und bildgebende Verfahren können schnell und sicher ausgewertet und alles behandelnden Ärzten zur Verfügung gestellt werden. Patienten profitieren von schnelleren und zuverlässigeren Behandlungen.

Gesundheitsversorgung inselweit
Auch abseits der Balearenhauptstadt Palma sichern zwei staatliche Krankenhäuser die Versorgung der Patienten: Das Hospital Comarcal d'Inca und das Hospital de Manacor. In Inca finden Patienten alle Einrichtungen rund um eine moderne und zuverlässige Basisversorgung: Neben Chirurgie mit fünf Operationssälen und Innerer Abteilung gibt es Kreißsaal und Neugeborenenzimmer, eine Dialysestation und eine Psychiatrische Tagesklinik.

Ähnlich professionell ausgestattet ist das Krankenhaus von Manacor. Es bietet über 230 Betten und Arbeitsplätze für weit über 1.000 Beschäftigte, unter ihnen rund 200 Ärzte. Neben den grundlegenden Versorgungseinheiten finden Patienten eine Augenabteilung, eine Kinderabteilung, eine HNO-Station sowie zwei Gesundheitseinheiten für Palliativmedizin und Infektionskrankheiten.


Zwei Krankenhäuser allein in Inca
Weitere Kliniken mit allen Einrichtungen der Grundversorgung auf Mallorca sind Can Misses und Cruz Roja in Palma sowie das Krankenhaus Sant Joan de Déu nahe des Flughafens. Im Herbst hat der Orden Sant Joan de Déu übrigens ein zweites Krankenhaus eröffnet. Die Klinik in Inca beherbergt 40 Zimmer mit 80 Betten. Hier hat man sich auf Rehabilitation, Neurorehabilitation, Geriatrie und orthopädische Chirurgie spezialisiert.

Private Kliniken
Das Krankenhaus in Muro ist, neben der bekannten Clínica Juaneda, der Klinik Miramar sowie den Krankenhäusern in Ciutadella und Mahón eine von fünf Kliniken im Juaneda-Verbund der Balea­ren. Die privaten Krankenhäuser haben sich, neben der Grundversorgung, auf Plastische- und Schönheitschirurgie, Dentalmedizin und Reproduktionsmedizin spezialisiert.

Die Clínica Picasso in Palma ist ein Ärztehaus verschiedener Fachrichtungen. Neben Experten für Innere Medizin, Kardiologie, Gefäßerkrankungen, Zahnmedizin und Augenheilkunde gibt es Praxen für Urologie, Gynäkologie und Dermatologie.

Das Gute noch verbessern
Mit welchen Kapazitäten Mallorcas Kliniken arbeiten können, zeigten die vergangenen Jahre. Mit mehreren Millionen von Touristen kamen vor allem in den Sommermonaten mehr Patienten. Doch die Kliniken stießen niemals an ihre Grenzen. Das bestätigt auch Eugenia Carandell, verantwortlich für die Versorgungsqualität im öffentlichen Gesundheitswesen der Balearen.
Doch Carandell weiß, dass alles Gute noch verbessert werden kann. Ziel sei es, die Wartezeiten für Operationen zu verkürzen. Zudem kritisiert sie die immer noch große Zahl an Patienten, die eine Notaufnahme aufsuchen, deren Problem aber in einem Gesundheitszentrum schneller und besser zu lösen wäre.


IZ Tipp Mallorca mit Sicherheit

Wer vorübergehend ins europäische Ausland reist, sollte sich von seiner Krankenver­sicherung vorab die Europäische Krankenversicherungskarte (EKVK) ausstellen lassen. Mit dieser kostenlosen Karte können medizinisch notwendige Leistungen des öffentlichen Gesundheitswesens im Ausland – ambulant und stationär – zu denselben Bedingungen wie im Heimatland wahrgenommen werden. Die EKVK ersetzt allerdings keine Reisever­sicherung und beinhaltet damit keine privatärztlichen Leistungen oder Rückholflüge.

Wenn Sie in Spanien einen Arzt aufsuchen müssen, sollten Sie vorher klären, ob dieser berechtigt ist, die Behandlung auch entsprechend abrechnen zu können. Zahnärztliche Behandlungen sind übrigens von der Übernahme ausgeschlossen.

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