
Sánchez in der Krise – Zwischen Justiz und Machtverlust
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Balearen-Präsidentin in der Zange zwischen Rechts und Links
Nach einer Neuwahl-Drohung im Balearen-Parlament hat die konservative Ministerpräsidentin der Balearen, Marga Prohens (PP), nur 24 Stunden später einen Rückzieher gemacht. „Wir haben ein stabiles politisches Szenario“, erklärte die konservative Regierungschefin und rückte damit von ihrer Idee wieder ab. Möglicherweise wurde sie aus Madrid zurückgepfiffen, heißt es.
„Diese Regierung verfügt seit Juli über einen genehmigten Haushalt“, betonte Prohens. „Wir haben die nötigen Werkzeuge, um weiter zu regieren und Stabilität zu bieten.“ Die Balearen-Präsidentin wies zudem darauf hin, dass ihr Kabinett schon seit Beginn der Legislaturperiode erfolgreich als Minderheitsregierung arbeite.
Prohens unterscheidet die Situation auf den Balearen von der in Extremadura auf dem Festland, wo ihre Parteikollegin María Guardiola Neuwahlen für den 21. Dezember ausrufen musste. „Es ist nicht das gleiche Szenario wie bei der Präsidentin von Extremadura, die nur über einen fortgeschriebenen Haushalt aus dem Jahr 2023 verfügte. Wir haben seit Juli 2025 einen gültigen Haushalt, der Steuern senkt, die Staatsverschuldung reduziert und mehr als je zuvor in die Bürger investiert“, argumentierte die Regierungschefin.
Zittern vor Neuwahl?
Zunächst hatte Prohens im Parlament mit der Möglichkeit von Neuwahlen gedroht. Die Opposition würde „zittern“, wenn sie diesen Schritt gehen würde, polterte sie. Die Drohung kam in einem schwierigen politischen Kontext, denn die PP-Minderheitsregierung kämpft, wie in anderen spanischen Regionen, mit ihrem komplizierten Verhältnis zu Vox. Die Rechtspopulisten stellen immer wieder Forderungen im Gegenzug für eine Unterstützung der Regierung. Es geht ihnen dabei vor allem um mehr Spanisch statt vorwiegend Katalanisch im Schulunterricht – aber auch um die Aufnahme von minderjährigen Flüchtlingen.
Die Opposition zeigt sich indes offen für den Urnengang. Der sozialistische Fraktionsvorsitzende Iago Negueruela (PSOE) erklärte, man habe keine Angst vor Neuwahlen. Darauf reagierte Prohens mit einer Gegenfrage: „Wenn die PSOE keine Angst vor Wahlen hat und behauptet, dass bei parlamentarischen Blockaden neu gewählt werden muss, warum rufen Sie dann nicht dort Wahlen aus, wo sie nötig wären – nämlich in der spanischen Regierung? Dort herrscht tatsächlich eine parlamentarische Blockade, Sie haben nicht einmal einen Haushalt vorgelegt.“
Die politische Lage auf den Balearen bleibt dennoch angespannt. Die Verabschiedung des Haushalts für 2025 erfolgte erst spät im Jahr, und ob ein Etat für 2026 durchgesetzt werden kann, bleibt fraglich. Am 2. Dezember, steht die erste Debatte über die Ausgabenobergrenze. Prohens betonte, ihre Regierung werde „bis zum Schluss versuchen“, eine Einigung mit Vox oder der PSIB-PSOE zu erreichen. Sollte das nicht gelingen, ist sie nun angeblich trotzdem gegen vorgezogene Wahlen. Der Haushalt für 2025 könnte in diesem Fall kurzerhand für 2026 fortgeschrieben werden. Und im Mai 2027 steht bereits das reguläre Ende der Legislaturperiode an.
Von neutralen Beobachtern wird diese Art der Regierungsführung indes kritisch beurteilt – egal, ob in Palma, Madrid oder anderen Regionen. Selbst in Italien oder Frankreich gilt die Haushaltspolitik im Vergleich zu Spanien als seriöser. Auf die Kreditwürdigkeit des Landes gibt es bislang allerdings keine negativen Auswirkungen – auch weil die Wirtschaft anders als derzeit in Deutschland spürbar wächst. Es gibt etwas zu verteilen.

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