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Politik Michael U. MaierMichael U. Maier 03/02/2026

Spaniens Eisenbahn Krise – Zugkatastrophen, Politik und Verantwortung

Spaniens Eisenbahn in der Krise: Zugkatastrophen, Politik und Verantwortung

Nach tödlichen Zugunglücken nahe Córdoba und in Katalonien gerät Spaniens Bahnpolitik unter Druck. Ursachen, Verantwortung und Folgen für Regierung und Infrastruktur.

Spanien nach Zugkatastrophen 
in der Eisenbahnkrise
Spanien nach Zugkatastrophen
in der Eisenbahnkrise

Verheerende Bilanz nach dem Zugunglück nahe der spanischen Gemeinde Adamuz bei Córdoba: 45 Menschen sind ums Leben gekommen und etwa 123 weitere schwer bis kritisch verletzt. Außerdem gab es 170 Leichtverletzte. Eine der Toten ist laut Auswärtigem Amt eine deutsche Frau. Näheres wurde im Hinblick auf den Persönlichkeitsschutz nicht bekannt gegeben. Es sollen aber auch Deutsche unter den Verletzten sein. Österreicher und Schweizer waren nach letztem Stand offenbar nicht betroffen.
Der Unfall ereignete sich am 18. Januar gegen 19.45 Uhr, als ein Hochgeschwindigkeitszug der italienischen Gesellschaft Iryo auf der Strecke Málaga-Madrid entgleiste und dabei die Trasse blockierte. Ein entgegenkommender Alvia-Schnellzug der staatlichen Eisenbahn Renfe mit Ziel Huelva prallte anschließend in die entgleisten Waggons.
Was diesen Unfall so ungewöhnlich macht, sind die Umstände: Gerade Strecke, ein ziemlich neuer Zug, eine erst jüngst mit einer Investition von 700 Millionen Euro renovierte Trasse.

Inzwischen ist klar, dass ein Schienenbruch die Ursache für die Katastrophe war. In einem Zwischenbericht der Eisenbahnunfallbehörde CIAF hieß es, an mehreren Rädern des entgleisten Zugs seien Einkerbungen entdeckt worden. Das deutet klar auf einen Schaden an den Schienen hin. Die Einkerbungen sind auch an Zügen nachgewiesen worden, die Stunden vor dem Unglück auf demselben Gleis gefahren waren – allerdings nicht entgleisten. Nun wird weiter ermittelt, unter anderem gegen den Stahlhersteller Arcelor Mittal sowie gegen Lieferanten des Schotters im Gleisbett.
Besonders brisant ist, dass die Bahnarchive im Zeitraum August bis Dezember mehrere Störungen in genau diesem Streckenabschnitt dokumentiert hatten. Grundsätz­liche Beschwerden von Lokführern über Vibrationen wurden indes ignoriert.
Ärger mit der Bahninfrastruktur und ständige Verspätungen stehen schon seit Jahren im Fokus der Kritik, die sich gegen Premier Pedro Sánchez (PSOE) und seinen Partei­freund Oscar Puente richtet. Es erinnert ein wenig an die Deutsche Bahn: Immer wieder fehlen Züge, es versagt die Signal- oder Stromtechnik oder Baustellen werden nicht pünktlich fertig.

Korruptionsfälle bei der Auftragsvergabe, Ärger mit der Teilprivatisierung von Dienstleistungen oder Weichenstörungen sind grundsätzlich nichts Neues, während seit April 2025 immer noch nach den Verantwortlichen für einen landesweiten Stromausfall gesucht wird. Die konservative Opposition verortet die Probleme in den Reihen der linken Regierung oder von staatsnahen Unternehmen wie dem Stromnetzbetreiber Redeia oder dem Bahninfrastrukturunternehmen Adif, bei dem es Vetternwirtschaft geben soll.
Staatsversagen?
Nun steht die korruptionsgeplagte Minderheitsregierung Sánchez massiv unter Druck. Nicht nur die Opposition fordert den Rücktritt von Puente, sondern auch der katalanische Tolerierungspartner Oriol Junqueras (ERC). Bei der Regionalwahl am 8. Februar in Aragonien droht Sánchez & Co. eine weitere Klatsche nach Extremadura am 21. Dezember sowie vor Kastilien-León am 15. März und Andalusien (Termin noch unklar).
Zudem wollen die Lokführer vom 9. bis 11. Februar „für mehr Sicherheit auf den Schienen“ streiken. Dies auch vor dem Hintergrund eines weiteren Unfalls am 20. Januar in Gelida bei Barcelona. Dort war im Dauerregen eine Mauer aufs Gleis gefallen, der Lokführer starb wie zuvor auch einer seiner Kollegen im Alvia bei Adamuz. Es gab 37 Verletzte.

Spanien hat in der Vergangenheit bereits mehrere schwere Zugun­glücke erlebt. 2013 raste ein Schnellzug vom Typ Alvia mit überhöhter Geschwindigkeit in eine Kurve in Galicien, wobei 80 Menschen ihr Leben verloren. 2006 entgleiste eine U-Bahn in Valencia, auch hier war überhöhte Geschwindigkeit die Ursache, 43 Menschen starben.
Auch Terroranschläge haben Bahnen in Spanien schon getroffen. Am 11. März 2004 starben bei einer Serie von Bombenexplosionen in Madrider Zügen 193 Menschen. Islamisten wurden als Täter gefasst. Offensichtliche Lügen der damaligen konservativen Regierung von José María Aznar (PP), der die Tat baskischen Separatisten in die Schuhe schieben wollte, beeinflussten wenige Tage später den Wahlausgang zu Gunsten der sozialdemokratischen PSOE.

Inzwischen scheinen die Signale eher umgekehrt zu stehen. Spanien zweifelt trotz guter Wirtschaftsdaten an sich selbst und am Erfolgsmodell des AVE-Hochgeschwindigkeitszugs, dessen erste Strecke 1992 zur Weltausstellung Expo in Sevilla in Betrieb gegangen war und nach dem EG-Beitritt 1986 ein Stück weit die „Ankunft in Europa“ verkörperte. Zuvor hatte es lange geheißen, dass Afrika angeblich „gleich hinter den Pyrenäen“ beginne.

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