
Die bekannten „Hallo Helmut“-Händler an Mallorcas Playa de Palma stehen vor großen Herausforderungen. Ab sofort drohen nicht nur den Verkäufern, sondern auch ihren Kunden empfindliche Strafen von bis zu 750 Euro beim Kauf von Waren.
Die meist aus dem Senegal stammenden Verkäufer sind ein fester Bestandteil der Ballermann-Kultur geworden. Mit ihrer charakteristischen Ansprache „Hallo Helmut“ bieten sie von Sonnenbrillen über Partyzubehör bis hin zu gefälschten Markenartikeln alles an, was Touristen interessieren könnte. Der Name „Helmut“ geht möglicherweise auf den österreichischen Schlagersänger Helmut Schafzahl zurück oder entstand einfach, weil Touristen die Ansprache mit „Hallo Helmut“ besonders lustig fanden.
Hinter dem Straßenhandel steckt jedoch ein ausgeklügeltes System. Die Waren kommen meist aus China und werden in großen Lagern zwischengelagert. Die Händler arbeiten bis zu 16 Stunden täglich und passen ihr Angebot der Tageszeit an – tagsüber Sonnenbrillen und Hüte, nachts Partyzubehör und gefälschte Markenartikel.
Die Stadt Palma will nun mit neuen Benimmregeln gegen den illegalen Handel vorgehen. In einer Übergangsphase von zwei bis drei Wochen soll zunächst nur aufgeklärt werden, bevor die Strafen tatsächlich verhängt werden. Die örtlichen Einzelhandelsverbände Afedeco und Pimeco begrüßen die Maßnahmen und hoffen auf eine abschreckende Wirkung.
Für die „Helmuts“ selbst, die oft als illegale Migranten kaum andere Verdienstmöglichkeiten haben, wird die Situation damit noch prekärer. Bisher konnten sie mit dem verdienten Geld nicht nur ihren Lebensunterhalt bestreiten, sondern auch ihre Familien in der Heimat unterstützen.
Andere Quellen berichten jedoch, dass man als „Helmut“ mit überteuerten Produkten wie gefälschten Fußballtrikots mehr verdienen kann als ein Handwerker in Deutschland. Zudem sollen hinter den Verkäufern mafiöse Strukturen stehen. Mitunter bieten sie sogar Marihuana an – so 2023 zumindest einmal selbst erlebt. Foto: mic