Wird der Ballermann neu erfunden?

Wird der Ballermann neu erfunden?

Weniger Partytourismus, mehr mediterranes Flair: Die Initiative Palma Beach plant eine radikale Umgestaltung der Playa de Palma – teilweise zum Unmut eingefleischter Mallorca-Fans.

Die Initiative Palma Beach hat ihre Zukunftsvision für die Playa de Palma präsentiert. Der Unternehmerverband plant eine grundlegende Umgestaltung des Strandes – inklusive der Beseitigung des bei Urlaubern beliebten „Liebesmäuerchens“. Diese traditionelle Sitzgelegenheit am Meer soll durch einen niedrigen Holzzaun ersetzt werden, um Vandalismus, nächtliche Trinkgelage und Müllablagerungen zu reduzieren, während die praktische Funktion als Abgrenzung und Sandfänger erhalten bliebe.

Der Umgestaltungsplan umfasst zudem eine künstliche Verbreiterung des Strandes, um dem zunehmenden Sandverlust entgegenzuwirken. Die bestehenden pflegeintensiven Pflanzenbeete sollen Palmen weichen, die den mediterranen Charakter betonen sollen.
Auch für die klassischen Balnearios (Strandbuden) schlägt die Initiative eine überraschende Neuausrichtung vor. Die bisher von Mar de Mallorca betriebenen Lokale könnten künftig als Seniorentreffpunkte, Kulturzentren oder Wassersportgeschäfte dienen – glaubt zumindest die Initiative Palma Beach. Alternativ könnte aber auch die bisherige Lizenz um einige Jahre verlängert werden, bis sich die großen Pläne für eine neue Playa de Palma konkretisiert haben.

Baustelle 2025
Der Zeitpunkt für die Umgestaltung erscheint günstig, da bereits Arbeiten am Regenwasserkanal laufen, die bis Ende 2025 andauern werden.

„Wir haben eine realistische und notwendige Lösung entwickelt“, erklärt Mika Ferrer von Palma Beach. „Das könnte eine großartige Gelegenheit sein, Ressourcen optimal zu nutzen und Unannehmlichkeiten zu minimieren.“
Die Chancen für den Zaun-Vorschlag stehen gut. An einem Teilstück wurde die Mauer für aktuelle Bauarbeiten bereits entfernt, was allerdings mit­unter zu Sandverwehungen führt. 

Ein Wiederaufbau in alter Form ist dennoch fraglich, da sowohl Unternehmer als auch Stadtverwaltung gegen Strandbesäufnisse und Straßen­handel sind. Beides stört nicht nur das Straßenbild, sondern ist auch weniger lukrativ als die schwunghafte Bewirtung in den vielen Lokalen oder der legale stationäre Handel.

Der Abriss erfolgte bisher im Rahmen von Kanalarbeiten zwischen Balneario 10 und 14 – die eigentliche Partyzone am Ballermann 6 ist noch nicht betroffen. Trotzdem sorgte schon der Teilabriss für Unmut bei Playa-Fans. Ballermann-Sänger Lorenz Büffel startete 2024 einen Instagram-Appell zum Erhalt, während einige Playa-Bekanntheiten sich im Stil der Berliner „Mauerspechte“ von 1989 einige Souvenirstücke sicherten.
Wird der Wandel auf Mallorca wieder so disruptiv wie nach dem damaligen Mauerfall?

Stechrochen vor Mallorca.
Lokales
Michael U. Maier

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