Vorkommen eindeutig bestätigt

Wissenschaftler des Spanischen Instituts für Ozeanografie haben einen Weißen Hai im spanischen Mittelmeer dokumentiert – ein äußerst seltenes Ereignis. Im April 2023 wurde vor der Küste von Jávea (Xàbia) ein junger Weißer Hai von etwa zwei Metern Länge versehentlich von Fischern gefangen. Die genetische Analyse bestätigte die Art eindeutig.

Forscher José Carlos Báez, Erstautor der kürzlich in „Acta Ichthyologica et Piscatoria“ veröffentlichten Studie, betont die Bedeutung der Zusammenarbeit mit dem Fischereisektor für solche außergewöhnlichen Nachweise.

Eine umfassende Auswertung historischer Daten seit 1862 zeigt, dass der Weiße Hai im spanischen Mittelmeer zwar dauerhaft, aber äußerst selten vorkommt. Die Tiere tauchen hauptsächlich während der Wanderungen von Blauflossentunfischen auf, besonders rund um die Balearen.

Dass es sich um ein Jungtier handelt, ist wissenschaftlich besonders interessant, da es Einblicke in die demografische Struktur dieser gefährdeten Art gibt. Dennoch warnt das Forscherteam vor voreiligen Schlüssen: „Mit den verfügbaren Daten lässt sich nicht behaupten, dass sich die mediterrane Population erholt.“

Der Weiße Hai steht auf der Roten Liste gefährdeter Arten. In 160 Jahren ging der Bestand um 30 bis 50 Prozent zurück. Als Raubfisch an der Spitze der Nahrungskette spielt er eine zentrale Rolle für das Gleichgewicht im Meeresökosystem.

Entgegen seines Rufs stellt der Weiße Hai übrigens keine nennenswerte Gefahr für Menschen dar – in den letzten 160 Jahren wurden an spanischen Küsten kaum Vorfälle dokumentiert. Symbolfoto: Terry Goss, CC-BY SA 4.0, Wikimedia Commons