Hells-Angels-Treffen auf Mallorca

Hells Angels auf Mallorca.

Bande zurück auf der Insel?

Auch Rocker wissen offenbar den Charme der Nebensaison auf Mallorca zu schätzen: Ende Januar sind an verschiedenen Orten überraschend mehrere hundert Mitglieder der Hells Angels aufgetaucht. Die Motorradfahrer, erkennbar an ihren charakteristischen Lederwesten (Kutten), waren nicht zu übersehen.

Der Großteil der Hells Angels war in Hotels im Norden Mallorcas untergebracht, während andere Gruppen auch an der Playa de Palma und in anderen Gegenden gesichtet wurden. Unter den angereisten Rockern befinden sich Mitglieder aus ganz Europa, darunter auch eine Gruppe aus Berlin, die ihre Anwesenheit auf Instagram dokumentierte.

Insgesamt blieb die Situation weitgehend friedlich, jedoch kam es zu einigen kleineren Zwischenfällen, etwa Rangeleien mit Türstehern. Mehrere Clubbesitzer verwehrten den Rockern den Zutritt zu ihren Lokalen aufgrund ihrer Kutten. In einem Fall wurde von einer Auseinandersetzung zwischen Hells Angels und dem Sicherheitspersonal eines Veranstaltungsorts berichtet, die aber schnell beigelegt werden konnte.

Es wird vermutet, dass die Hells Angels zu einem internationalen Treffen auf Mallorca waren. Schließlich ist die Rockerbande mit ihren Netzwerken und zum Teil illegalen Geschäften weltweit unterwegs.

Die Hells Angels haben eine bewegte Geschichte auf Mallorca. Von 2009 bis 2013 war die Gruppe besonders aktiv auf der Insel. Nach einer Großrazzia unter dem Namen „Operation Casablanca“ wurden damals zahlreiche Mitglieder festgenommen. Frank Hanebuth landete als mutmaßlicher Rädelsführer für zwei Jahre in spanischer U-Haft, wurde mit einem Jahrzehnt Verspätung in einem Mega-Prozess in Madrid mangels Beweisen aber letztendlich freigesprochen.

Inzwischen soll es einen Stabwechsel bei den Hells Angels auf Mallorca gegeben haben. Es sind mutmaßlich nicht mehr die gleichen Personen aktiv wie früher. Erst 2024 waren vier Hells Angels verhaftet worden, die angeblich einen Unternehmer an der Playa de Palma erpressen wollten.

Die deutsch-marokkanischen Gebrüder Youssafi, denen zumindest früher eine Nähe zur Prostitution auf der Insel nachgesagt wurde, hatten sich gegenüber der Mallorca Zeitung ausdrücklich von dem Vorfall distanziert. Foto: Archiv/Wikimedia Commons