Mallorca im August – Wenn es in die Ferien geht

Wenn Mallorca in die großen Ferien geht

Während Palmas Straßen jetzt ungewohnt still sein können, pulsiert das Leben in den Dörfern: Verbenas füllen die Nächte mit Musik, in Pollença kämpfen Mauren gegen Christen, auf den Weinfeldern beginnt die erste Lese.

Der August auf Mallorca ist keine stille Jahreszeit. Er ist ein pulsierendes Herz im Hochsommer, ein Monat, der mit einer Intensität leuchtet, die man auf der ganzen Insel spüren kann. Während die Sonne das Land in goldenes Licht taucht, entfaltet sich ein reiches Mosaik aus Tradition, Natur und Lebensfreude, das Einheimische wie Besucher gleichermaßen in seinen Bann zieht.

In den Dörfern erreicht das soziale Leben seinen Höhepunkt. Der August ist der Monat der Dorffeste, der „Verbenas“, die die lauen Nächte mit Musik, Tanz und Gemeinschaft erfüllen. Es ist eine Zeit, in der jede Ortschaft stolz ihre eigene Identität zelebriert. In Pollença erlebt man die farbenprächtige und lautstarke Nachstellung der Schlacht zwischen Mauren und Christen, ein Spektakel voller Leidenschaft und Geschichte.
Während auf den Plätzen gefeiert wird, beginnt auf den Feldern eine geschäftige, aber leisere Betriebsamkeit. In der zweiten August-Hälfte läuft bereits die Weinlese an. Dann werden die ersten reifen Trauben, oft die Chardonnay-Rebe, von den Weinstöcken geschnitten. Es ist ein Versprechen auf den neuen Jahrgang, der in den Bodegas der Insel heranreifen wird.

Wenn die Hitze des Tages langsam nachlässt, schenkt uns der August seine vielleicht magischsten Momente: die Sonnenuntergänge. An unzähligen Orten der Insel wird der Himmel zur Leinwand für ein atemberaubendes Farbspektakel. Ob am Cap de Formentor, wo die Sonne dramatisch hinter den Klippen im Meer versinkt, oder an der Westküste bei Sant Elm mit Blick auf die geheimnisvolle Dracheninsel Sa Dragonera – jeder Abend ist ein einzigartiges Erlebnis. In Palma bietet der Blick von der Stadtmauer auf die Kathedrale La Seu, wie sie vom letzten Licht des Tages in Rosé- und Goldtöne getaucht wird, unvergessliche Impressionen.

In diesen Tagen kehrt in der sonst so quirligen Inselmetropole vielleicht das einzige Mal im Jahr so etwas wie ein bisschen Ruhe ein. Als Gast darf man sich freuen, wenn die wuseligen Einheimischen schlagartig die Stadt verlassen, um den Monat in ihren Sommerdomizilen zu verbringen oder der Insel zu entfliehen. Das Geschäftsleben ruht weitgehend – unter vier Wochen Ferien macht es kaum ein Spanier mit Bürojob. Und genau diese sind es, die in der restlichen Zeit des Jahres für den Dauerstau sorgen, nicht die „bösen“ Touristen.

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Lokales
Michael U. Maier

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