Olivenöl auf Mallorca – Ein Blick auf die Ernte 2024/25

Olivenöl auf Mallorca: Ein Blick auf DIE ERNTE 2024/25

Mallorca sieht einer schwierigen Saison entgegen: Ernteausfälle, steigende Produktionskosten und die Konkurrenz vom Festland prägen die Diskussion um das „flüssige Gold“ der Insel.

Die Olivenölproduktion auf Mallorca steht vor großen Herausforderungen. Besonders deutlich wird dies durch die jüngsten Ernte­ergebnisse, die deutlich unter dem Durchschnitt der vergangenen Jahre liegen. Hauptursachen sind extreme klimatische Bedingungen wie anhaltende Trockenheit und ein verstärkter Befall durch die Olivenfliege, die den Ertrag erheblich beeinträchtigen.
Diese Entwicklung hat auch spürbare Auswirkungen auf die Marktpreise. Mallorquinisches Olivenöl wird aufgrund seiner hohen Qualität und begrenzten Verfügbarkeit vorwiegend im Premiumsegment angeboten, was die Preise für Verbraucher entsprechend in die Höhe treibt.

Positive Prognosen vom Festland
Im Gegensatz zu Mallorca erwartet das spanische Festland eine Erholung der Olivenölproduktion. Das Landwirtschaftsministerium prognostiziert für die Saison 2024/2025 eine Steigerung um 48%. Dies könnte die zuletzt stark gestiegenen Preise stabilisieren, da Olivenöl 2024 mit einem Durchschnittspreis von 6,20 Euro pro Liter gehandelt wurde – eine Steigerung von über 40% gegenüber den Vorjahren.

Deutschland als Schlüsselmarkt
Deutschland bleibt einer der wichtigsten Abnehmer von spanischem Olivenöl. Laut aktuellen Zahlen wurden im ersten Halbjahr 2024 mehr als 13.000 Tonnen importiert, was einem Anstieg von 32% im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Dabei spielt mallorquinisches Olivenöl eine besondere Rolle, da es wegen seiner geschützten Ursprungsbezeichnung (DO Oli de Mallorca) als Premium­produkt gilt.

Die Konkurrenz vom Festland bleibt jedoch eine Herausforderung: Während mallorquinisches Öl fast ausschließlich im Premiumsegment vertreten ist, bedienen die größeren Produzenten vom Festland ein breiteres Publikum zu niedrigeren Preisen.

Nachhaltigkeit und Innovation
Mallorquinische Produzenten setzen zunehmend auf innovative und nachhaltige Anbaumethoden. Neue Olivensorten, die widerstandsfähiger gegen Trockenheit sind, und modernisierte Verarbeitungsmethoden sollen langfristig helfen, die Auswirkungen von Klimaveränderungen zu mindern.

Bis 2026 sollen laut dem balearischen Landwirtschaftsverband rund 10 Millionen Euro in Forschungsprojekte fließen, um den lokalen Oliven­anbau widerstandsfähiger und nachhaltiger zu gestalten. Diese Investitionen zielen auch darauf ab, den Exportanteil von mallorquinischem Olivenöl zu erhöhen.

Steuerliche Entlastungen
Die spanische Regierung hat angekündigt, den Mehrwertsteuersatz für Olivenöl ab 2025 dauerhaft auf 4% zu senken. Diese Maßnahme soll den heimischen Konsum stärken und die Wettbewerbsfähigkeit auf interna­tionalen Märkten erhöhen.

Zwischen Krise und Hoffnung
Mallorca steht vor einer schwierigen Saison, doch die Insel blickt auch in die Zukunft. Mit neuen Anbaumethoden, nachhaltigen Konzepten und einer stärkeren Ausrichtung auf den Exportmarkt könnten Produzenten trotz der aktuellen Herausforderungen ihre Marktposition langfristig stärken. Die gestiegene Nachfrage aus Ländern wie Deutschland zeigt, dass es auch in schwierigen Zeiten eine stabile Nachfrage nach dem „flüssigen Gold“ gibt.

Mallorquinisches Olivenöl bleibt damit ein Synonym für Qualität.