"Hai-Alarm" an der Playa de Palma

Blauhai, Manta-Rochen, „Riesen-Drückerfisch“ oder vielleicht doch ein Blaubarsch mit seinem kräftigen Kiefer? Eine 85-jährige Italienerin wurde im Meer vor Mallorca böse zugerichtet. Die Playa de Palma musste deswegen am Dienstag, 22. Juli, zeitweise gesperrt werden.

Der Vorfall ereignete sich gegen 11.30 Uhr, als die Seniorin blutend aus dem Wasser kam und mit dem Krankenwagen in eine Privatklinik gebracht werden musste. Rettungsschwimmer räumten daraufhin den Strand und warnten per Lautsprecherdurchsage: „Schwimmen ist wegen einer Hai-Attacke verboten.“

Auf einem von lokalen Medien veröffentlichten Foto ist eine tiefe und großflächige Wunde an der Wade zu sehen. Die Hälfte der Haut ist in diesem Bereich vom sichtbaren Teil des Beins abgerissen. Zunächst gingen die Vermutungen zum möglichen Verursacher auseinander, es fehlten jedoch die für Hai-Attacken typischen Zahnabdrücke.

Experten des Palma-Aquariums gehen inzwischen davon aus, dass die Attacke eines Stechrochens am wahrscheinlichsten ist, da sich die Tiere im Sand vergraben und aggressiv reagieren können, wenn man versehentlich auf sie tritt. Diese Beschreibung passt zum Fall der 85-jährigen Italienerin, denn sie wurde direkt am Ufer verletzt – auch wenn einige Zeugen tatsächlich eine Art „Hai“ gesehen haben wollen.

Bereits in den vergangenen Wochen und Monaten hatte es auf Mallorca mehrfach Berichte über aggressive Manta-Rochen und Bandbrassen oder Geissbrassen gegeben – und im Juni schon einmal eine Verletzung zwischen Hai und Manta. Während der Stachel der Rochen tatsächlich ernsthafte Verletzungen verursachen kann, gelten die knabbernden Bisse der Brassen eher als harmlos – Blut kann aber trotzdem fließen. Foto: Diego Delso, CC-BY-SA 4.0 (Archiv)